Der FAST-Test
Schlaganfälle können plötzlich, ohne Vorwarnung, auftreten und sind oft schmerzlos. Es ist entscheidend, die Symptome frühzeitig zu erkennen und rasche medizinische Hilfe zu suchen. Es gilt „time is brain“, also „Zeit ist Gehirn“. Denn bei einem Schlaganfall wird unser Gehirn nicht richtig durchblutet und Hirnzellen sterben ab. Je länger dieser Zustand andauert, desto größer der Schaden. Jede Minute zählt! Daher ist es entscheidend, die Symp-tome zu kennen, die auf einen Schlaganfall hindeuten.
Im Folgenden sind die fünf häufigsten Anzeichen aufgelistet:
Sprach- oder Sprechstörungen:
Totaler Verlust der Sprache
Stockende oder abgehackte Sprache
Verdrehen von Worten oder lallendes Sprechen
Ein plötzlich nach unten hängender Mundwinkel
Lähmung und/oder Gefühlsstörungen:
Kraftlosigkeit in einer Hand, einem Arm, einem Bein oder auf einer ganzen Körperseite
Taubheit oder Kribbeln, oft einseitig
Schwindel und Gangunsicherheit:
Plötzlich auftretende Gleichgewichtsstörungen und Unsicherheiten im Bewegungsablauf
Schwindelgefühle wie Drehschwindel oder Schwankschwindel mit Fallangst
Sehstörungen:
Plötzliche, vorübergehende Erblindung auf einem Auge (Amaurosis fugax)
Doppelbilder oder verschwommenes Sehen
Gesichtsfeld-Einschränkung auf einer Seite
Kopfschmerzen:
Starke Kopfschmerzen, begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen oder Halbseitenlähmung
Der FAST-Test
Mit Hilfe des sogenannten FAST-Tests können Sie innerhalb kürzester Zeit den Verdacht auf einen Schlaganfall überprüfen. Dieser Test stammt aus dem englischsprachigen Raum und bedeutet übersetzt „schnell“.
F wie “Face” (Gesicht):
Bitten Sie den Betroffenen zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab oder ist das Gesicht einseitig verzogen, weißt das auf eine Halbseitenlähmung hin.
A wie “Arms” (Arme):
Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und die Handflächen dabei nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung ist es nicht möglich, beide Arme zu heben. Ein Arm sinkt oder dreht sich.
S wie “Speech” (Sprache):
Lassen Sie die betroffene Person einen einfachen Satz nachsprechen. Kann sie das nicht oder klingt die Stimme verwaschen, liegt wahrscheinlich eine Sprachstörung vor.
T wie “Time” (Zeit):
Zögern Sie nicht! Rufen Sie umgehend die 112 an und schildern Sie die Symptome.
Grundsätzlich gilt: Bei jedem Verdacht auf einen Schlaganfall sollten Sie sofort den Notarzt alarmieren (Notrufnummer 112)!Ein Schlaganfall muss so schnell wie möglich behandelt werden. Denn je schneller Betroffene behandelt werden, desto besser sind ihre Genesungschancen.
„Be Fast“ — Die Erweiterung
In den letzten Jahren wurde das Akronym zu „be fast“ — also „sei schnell“ erweitert. Dieser Zusatz integriert weitere Kriterien, um eine noch präzisere Diagnose zu ermöglichen. Das „B“ steht für „Balance“, was darauf hinweist, dass plötzliche Gleichgewichtsprobleme ein weiteres Anzeichen für einen Schlaganfall sein können. . Das „E“ in „Be fast“ weist auf „Eyes“, also die Augen, hin, denn plötzliche Sehstörungen, insbesondere einseitiger Sehverlust oder Doppeltsehen, können ebenfalls alarmierende Zeichen eines Schlaganfalls sein. Diese Erweiterung des Tests ermöglicht es medizinischem Fachpersonal, potenzielle Schlaganfälle schneller und genauer zu identifizieren, was die Behandlungschancen und die Patientenversorgung insgesamt verbessert.
Erste Hilfe bei einem Schlaganfall
Nach einem Schlaganfall ist die betroffene Person möglicherweise nicht in der Lage zu sprechen. Daher ist es besonders wichtig, sie aufzuklären und zu beruhigen. Lagern Sie den Oberkörper etwas erhöht und öffnen Sie beengende Kleidung wie Kragen oder Krawatte. Das erleichtert das Atmen.
Da der Betroffene unter Umständen nicht in der Lage ist, mit der Umwelt zu interagieren und sich bemerkbar zu machen, kontrollieren Sie regelmäßig Bewusstsein und Atmung.
Geben Sie der Person nichts zu Essen oder zu Trinken!
Falls die Person bewusstlos ist, aber atmet, sollten Sie diese in die stabile Seitenlage bringen (auf der gelähmten Seite). Kontrollieren Sie auch hier regelmäßig Atmung und Puls.
Der Notartzt bzw. die Notärztin prüft noch vor Ort Bewusstsein, Blutdruck und Herz-Frequenz der betroffenen Person und liefert sie in ein Krankenhaus, idealerweise mit Stroke Unit, ein. Dort kann sofort die genaue Diagnose und Behandlung erfolgen.